Die Vereinten Nationen haben den 8. März unter das Motto: “Gleichberechtigung der Geschlechter“ gestellt und diesem Motto Nachdruck verliehen, indem sie die Weltöffentlichkeit aufforderten, sich für diese berechtigte Forderung einzusetzen.   

Um Anerkennung und Aufmerksamkeit auf das zu richten, was Frauen leisten und welchen Herausforderungen sie sich ausgesetzt sehen, feiern wir den 8.März und wollen in diesem Zuge die Missstände bekämpfen und ein Zeichen für die Gleichberechtigung setzen. 

Diesen Gedenktag und die Veranstaltungen um den 08.März müssen wir gezielt dafür nutzen, um uns und andere daran zu erinnern, dass es noch viel zu viele Frauen und Mädchen gibt, für die die allgemeinen Menschenrechte noch nicht geltend gemacht werden.  

Unser Kampf muss vor allem dem Feindbild „Frau“ gelten. Wir müssen uns dem Frauenhass, der ein gefährlicher Anknüpfungspunkt, welcher Radikalisierungen hervorruft, entgegenstellen.   

 

Der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. wird weiterhin bis zur tatsächlichen vollständigen Gleichstellung seinen Beitrag leisten, damit das Ziel einer paritätischen Teilhabe von Frauen in der Zivilgesellschaft und an den politischen Entscheidungen und in Parteien gelingt.   

Wir, das POLITFIX- Netzwerk von und für Frauen und der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. formulieren zum 8. März folgende Forderungen:  
Wir fordern eine bessere Arbeitsmarktintegration für Frauen, denn die Gleichberechtigung der Frauen ist im Grundgesetz verankert und stellt ein elementares Recht dar. Trotz der geäußerten Relevanz zeigen sich immer noch gravierende Unterschiede in der Vergütung, den Anstellungsverhältnissen, sowie in der Rentenversicherung. Wir brauchen eine Rente, von der Frau leben kann, um Altersarmut zu verhindern. 

Zudem bedarf es der Bekämpfung von Ausbeutung durch Beschäftigungsformen wie Minijobs/Befristete Arbeitsverträge/Schein- Selbstständigkeit. Um Frauen zu qualifizieren, fordern wir besser Beratungen und Weiterqualifizierungen sowie Angebote für Frauen ohne (Schul-/Berufs-)Abschluss, sowie bereits vorhandene Qualifikationen aus dem Ausland anzuerkennen. Die Lohnlücke zwischen Männern mit und ohne Migrationshintergrund liegt laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bei 11 %. Zwischen Frauen ohne und mit Migrationshintergrund  hingegen bei 20 %.  Neben dem Fakt dass rund 40% hochqualifizierter Frauen in Deutschland unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten, leisten sie unbezahlte Arbeiten wie Care-Arbeit, welche honoriert werden müssen. 
 
Bezüglich der Care-Arbeit  bedarf es bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Wir fordern mehr finanzielle Mittel sowie Kindertagesstätten mit frühsprachlicher Förderung für Kindern mit Zuwanderungsgeschichte. 

Des Weiteren Bedarf es Quoten in den Bereichen der politischen Teilhabe und der Integration auf dem Arbeitsmarkt. Eine gesetzlich verankerte Beschwerdestelle bei institutioneller Diskriminierung, sowie die Etablierung von Rassismusbeauftragten und Anlaufstellen für Betroffene auf den Ebenen des Bundes, der Kommunen und der Länder sind längst überfällige Institutionen, die umgehend geschaffen werden müssen. 

Wir fordern Frieden und Gewaltfreiheit. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung, eine der am weitesten verbreitete und systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen.  

Die Interkulturelle Öffnung der Gesellschaft, welche die Solidarität unter Frauen miteinschließt, muss weiter durch die Politik gefördert werden. Wir fordern die Anerkennung von Migrant*innenselbstorganisationen, sowie Angebote zur Orientierung im neuen Lebensumfeld für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte. Seit Jahrzehnten hat es die Regierung nicht geschafft die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Um die Priorität dieses Zieles aufzuzeigen, sollte der 8. März bundesweit zu einem Feiertag erklärt werden. 

 
 

Bundesverband interkultureller Frauen  
in Deutschland e.V. (BIFeV)  
Osterstrasse 45  
31134 Hildesheim  
E-Mail: info@bifev.de 
Web: www.politfix.de  

Wir kämpfen weiter!  Forderungen des Politfix Netzwerks zum internationalen Frauentag am 8. März