Hildesheim, 07.09.2021

 

 

Am kommenden Sonntag, 12.09.2021, finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. Der Bundesverband Interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV) ruft aus diesem Anlass die Bevölkerung auf, verstärkt Kandidatinnen mit Migrationsgeschichte zu wählen! 

Im Vergleich zu den Hessischen Kommunalwahlen, haben die Parteien in Niedersachsen weniger Kandidatinnen mit Migrationsgeschichte für die Wahlen aufgestellt.  Das ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt besorgniserregend, da Frauen mit Migrationsgeschichte für den sozialen Zusammenhalt eine strategisch wichtige Rolle einnehmen.  Nun liegt es am Souverän, dem Wahlvolk, diesen Fehler zu korrigieren.

Wie wichtig das ist, verdeutlicht Galina Ortmann, Gründungsvorsitzende von BIFeV: „Wir sind im 21. Jahrhundert. Auch Niedersachsen ist mittlerweile ein Einwanderungsland, das muss sich dringend in den Kommunalparlamenten widerspiegeln. Wenn nicht, dann werden große Teile der Bevölkerung abgehängt. Das ist schädlich für die Demokratie“ . 

Um die Unterrepräsentanz von Frauen in den Kommunalparlamenten zu beenden, hat BIFeV das Projekt Politfix gestartet, über das regional wie überregional berichtet wurde (u.a.): 

 

 

 

 

Politfix: Projekt für Frauen mit Interesse für Einstieg in Politik. 

Überparteilich, konfessionell ungebunden, in kultureller Vielfalt.

Politfix ist ein Modellprojekt, das von der Bundeszentrale für politische Bildung seit dem 15.11.2020 gefördert wird. Das Projekt wurde sehr erfolgreich in der ersten Phase in Hessen und NRW mit 80 Frauen umgesetzt. In der zweiten Phase seit dem 22.03.2021 läuft das Projekt auch in Niedersachsen und wird bis Ende des Jahres 2021 andauern. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und verfolgt das Ziel, den Anteil von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in den politischen Gremien in den Kommunen zu erhöhen und die interkulturelle Öffnung von Parteien zu fördern. 

Die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Daniela Behrens hat die Schirmherrschaft für Niedersachsen übernommen, der Hessische Integrationsminister Kai Klose ist Schirmherr in Hessen. Die Nordrhein-Westfälische Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach hat das Projekt in NRW unterstützt. 

So findet die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, dass es Zeit sei, die Partizipationslücke von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu schließen, indem das Projekt „die politische Einbindung und das Empowerment von Menschen mit Einwanderungsgeschichte“ fördert.

Laut Daniela Behrens, ist Politfix ein „weiterer wichtiger Baustein zu einer Geschlechter gerechten, vielfältigen Politikwelt.“ 

 

Weitere Informationen und die positive Resonanz zum Projekt können den Seiten www.politfix.de und www.bifev.de entnommen werden.
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Warum Politfix?

Frauen mit Migrationsgeschichte sind im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil in Parteien und politischen Gremien der Kommune wie Ausländerbeiräte und Integrationsräte sowie in den Kommunalparlamenten aus mehreren Gründen stark unterrepräsentiert. Das Projekt „Politfix“ bezweckt daher, durch einen ganzheitlichen Ansatz die vorhandenen Hemmnisse zu überwinden und den Anteil von Frauen mit Migrationsgeschichte in Parteien, kommunalen Parlamenten sowie Ausländerbeiräten, Migrations- oder Integrationsräten in Hessen und Niedersachsen zu erhöhen. Wegen Covid-19 brauchen migrantische Frauen innovative Instrumente, um ihre Repräsentanz in den Gremien zu erhalten und gegebenenfalls zu erhöhen. 

Mit zentralen Veranstaltungen und etwa 50 Mentor*innen, die selbst als Kandidatinnen an Kommunalwahlen in Hessen (März 2021) und NRW (September 2020) teilgenommen haben, bekommen Kandidatinnen mit Migrationsgeschichte die Unterstützung, um für die kommunalen Gremien unter Covid-19 Bedingungen zu kandidieren.

Dabei werden u.a. folgende Themenkreise behandelt: 

  • Strukturelle Hemmnisse für Frauen mit Migrationsgeschichte, um in politische Gremien wie Ausländerbeiräte, Integrationsräte und Kommunalparlamente gewählt zu werden 

  • Die Bedeutung des Wahlrechts für die eigene Kandidatur 

  • Effektive Kommunikation mit Öffentlichkeit und Wähler*innen unter Corona-Bedingungen

  • Der Umgang mit Rassismus, Diskriminierung und Bedrohungen als „öffentliche“ Person

     

Beispiel für den Erfolgsfaktor der bedarfsorientierten Vorgehensweise des Projekts: Teilnehmerinnen können bei der Anmeldung angeben, für welche Coaching-Themen sie sich besonders interessieren. Das Projekt passt flexibel die Schwerpunkte des Coaching dann an diese Wünsche an.

Die Umfrage in Niedersachsen ergab, dass zur Zeit das größte Interesse der Kandidatinnen aktuell an verbalen und nonverbalen Kommunikationsstrategien besteht.

Das Projekt ist für die Teilnehmerinnen kostenlos und findet wegen der Corona-Pandemie bedingten Kontaktbeschränkungen weitestgehend digital statt. 

Der Träger des Projekts ist der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland (BIFeV). Er ist ein bundesweiter Verband von Frauen, mit Frauen und für Frauen. Er ist überparteilich, konfessionell ungebunden und ethnisch und kulturell vielfältig. Wir bekennen uns zu den Werten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Hauptaufgabe des Vereins ist, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in allen Bereichen der Gesellschaft zu fördern.